20. Juli 2015

Rede für den Erhalt des Landestheaters in Dithmarschen

Rede von Michael Schilke in der Kreistagssitzung am 17.07.2015

Sehr geehrter Herr Kreispräsident, sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrte Damen und Herren.

1.)    Generell und vorab möchte ich hier an dieser Stelle erklären, dass es mir widerstrebt, die Frage der Sinnhaftigkeit einer Zugehörigkeit zur Landestheater Gmbh, mit nacktem Zahlenmaterial zu beantworten. Der ideelle Wert eines verlässlichen, qualitativ hochwertigem Kulturangebots in der Region entzieht sich natürlich jeder Wirtschaftlichkeitsberechnung.

2.)     Natürlich gibt es mehrere Blickwinkel auf eine Solidargemeinschaft in der der Kreis sich gerade oder vielleicht besser gesagt „noch“ befindet. Zum einen gibt es die Perspektive als Gesellschafter in einer Solidargemeinschaft.
In dieser Solidargemeinschaft bleibt ein Ausscheiden eines Einzelnen Gesellschafters selbstverständlich nicht ohne Auswirkung auf den Rest der Gemeinschaft. Ob der befürchtete Dominoeffekt eintritt, kann wohl kaum jemand in diesem Raum mit Sicherheit sagen. Mit großer Wahrscheinlichkeit aber, würde ein Austritt zweier Gesellschafter, die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das Gesamtkonstrukt des LT auf längere Sicht nicht mehr wirtschaftlich tragfähig ist.

3.)    Ein anderer Blickwinkel ist die Dithmarscher Sichtweise, auf die ich nun näher eingehen möchte. Gerade Sie Frau Koll haben in einer der letzten Sitzungen ihr Missfallen darüber kund getan, dass wir Dithmarscher uns immer mehr an den Befindlichkeiten und Belangen anderer orientieren. Deshalb gestatten Sie mir die Dithmarscher Interessen, aus meiner Sicht, in den Fokus zu rücken. Und noch ein Wort zu Ihnen Herr Hübner, Sie haben stets bekundet – das es Ihnen um Fakten und Zahlen geht.

Dabei ist zunächst festzustellen, dass wir anscheinend über verschiedenes Zahlenmaterial verfügen. Das mir vorliegende Material habe ich direkt von Herrn Grisebach zugestellt bekommen. Somit gehe ich auch von dessen Richtigkeit aus.

a.) Wenn wir uns zunächst einmal anschauen wie teuer eine Theaterkarte den Kreis Dithmarschen im Endeffekt kommt, dann habe ich in den vorherigen Diskussionsbeiträgen Zahlen von 300 € pro Besuch in der Spitze, bis hin zu 90,-€ als günstigste Variante vernehmen können. Ich glaube Herr Hübner hat die Summe von 131 oder 136,-€ in den Raum gestellt. Andere meinten 168,- Euro wäre die richtige Summe mit der zu rechnen wäre. Ich gehe nun einmal von 168,- Euro aus, weil dies der Landesrechnungshof so ermittelt hat.

b.) Wie nun schon richtiger Weise festgestellt wurde, bezahlen wir zweimal für eine Theaterkarte. Einmal mit ca. 180.000,- € Gesellschafter Beiträge. Damit finanzieren wir jeden der 3500 Theaterbesuche in der Spielzeit 2014/2015 mit nahezu exakt 51,50 € aus dem Gesellschafterbeitrag. Bleiben also noch 116,50 € die der Kreis über bzw. vor FAG finanziert. Dies entspricht einer Summe von 407.000 €

DAS HEISST IM KLARTEXT: Bei einer möglichen Kündigung, würde der Kreis zwar 180.000 € einsparen, aber weiterhin ca. 400.000 € über das FAG an das LT abführen ohne dafür eine Leistung zu beziehen. Das Herr Hübner ist für mich aus wirtschaftlicher Sicht ein verdammt schlechter Deal für den KREIS DITHMARSCHEN!

c.) Bei einer Kosten- Nutzenanalyse, muss meiner Meinung nach, betrachtet werden, was vergleichbare Leistungen an Aufwendungen bedeuten würden, wenn diese außerhalb eines Gesellschaftervertrages eingekauft werden.

Ich gehe jetzt von der Spielzeit 2013/2014 mit 26 Auftritten in Meldorf und Heide aus.

15 x Schauspiel kosten bei freien Einkauf zwischen 11.000 und 16.000 Euro macht Summa Summarum 145.000 (mit 11.000 Euro kalkuliert.

5 x Konzerte a 19.000 € = 95.000,- Euro
1x Theaternacht = 16.000,- Euro
2x Weihnachtsmärchen 13400,- Euro
3x Puppentheater nicht mit eingerechnet
ergibt insgesamt 269.400 Euro

Für die Spielzeit 14/15 sind allerdings 28 Auftritte des LT in Dithmarschen geplant damit erhöht sich die Summe auf 280.000 Euro

d.) In den 180.000 Euro sind derzeit nicht nur die 28 Auftritte eingepreist, sondern man hat zusätzlich das Sorglos Paket des LT gebucht. Das heißt:
Saalmieten inbegriffen – Werbung – Stückplakate – Monatspläne – Spielzeithefte – Pressearbeit – Einführungsveranstaltungen – Internetauftritt – Theaterkassen, Einlass und Garderobenpersonal – Buchhaltungskosten – sonstige Administrative Kosten SIND INKLUSIVE.

4.)    Die Besucherzahlen sind ein unangenehmes Thema, welche ich aber nicht aussparen möchte. Die Auslastung der Theater in Meldorf und Heide betrugen 2013/2014      ----    46,9%
In der Spielzeit 2014/2015    -------------------------   48,2 %


In Absoluten Zahlen heißt dies für Meldorf:
Spielzeit 2012/2013 = 1466 Besucher
Spielzeit 2013/2014 = 947 Besucher
Spielzeit 2014/2015 = 1125 Besucher

Für Heide in absoluten Zahlen:
Spielzeit 2012/2013 = 2020 Besucher
Spielzeit 2013/2014 = 2195 Besucher
Spielzeit 2014/2015 = 2372 Besucher

Das bedeutet in Heide können wir einen kontinuierlichen Anstieg der Besucherzahlen erkennen, während in Meldorf es in der Spielzeit 2013/2014 einen deutlichen Einbruch zu verzeichnen gab, der wohl in unmittelbaren Zusammenhang mit der Kündigung der Stadt Meldorf zu sehen ist, das daraus resultierende Defizit konnte bis dato aber noch nicht kompensiert werden

Das Landestheater bemüht sich die Auslastung zu erhöhen. Insbesondere wurde in die Jugendarbeit investiert. Ab der nächsten Saison werden 2 Theaterpädagogen beschäftigt. Diese bieten zu den Stücken Vor- und Nachbereitungen auch vor Ort in den Schulen an. Außerdem soll immer ein Stück aus dem Abiturstoff gespielt werden.
In den letzten 2 Jahren war es der Reigen.

In Heide hat es in der Spielzeit 2014/2015 eine Extravorstellung für rund 300 Schülerinnen und Schüler gegeben. Zudem werden Workshops an den Schulen angeboten.
 

5.)     Wenn die Fraktionen von CDU, UWD und FDP den Ausstieg möchten, dann hätte ich mir vorab ein Alternativ Konzept gewünscht. Der Vorschlag, erst einmal zu kündigen um dann in den nächsten 3 Jahren zu schauen wie man die mind. 100.000 € verteilt, das ist meine Damen und Herren kein Konzept – Entschuldigung meine Damen und Herren das ist Konzeptlos.

Zudem ist ganz stark zu bezweifeln, dass man mit 100.000 € und nehmen wir mal ruhig die ganzen „eingesparten“ 180.000 €uro an, dass man mit diesem Geld, verteilt auf 3 oder vier Standorte einen quantitativ und vor allem qualitativ gleichwertigen Ersatz beschaffen kann. Wenn das möglich wäre, dann wäre das Zauberei meine Damen und Herren.
Denn – das Gegenteil wird leider der Fall sein 1/3 der Mittel werden in Marketing, Organisation, Verwaltungsaufwand, Administration und zusätzliche Technik fließen müssen. Wenn Sie dann die verbleibenden 120.000 €uro über 3 Standorte verteilen, bleibt pro Standort 40.000 €uro. Damit können Sie pro Standort 3 kleine Schauspiele beim LT einkaufen und wenn Sie Glück haben bleibt Geld für 2 weitere Tanzveranstaltungen mit mittelmäßigen Tanzkapellen übrig.

6.)     Herr Zimmermann von der SPD, hat es schon angesprochen, die frei werdenden Mittel würden künftig unter „freiwilligen Leistungen“ im Haushalt geführt werden. Wie wir alle wissen, wird wenn es um Einsparungen geht vor allem und zuerst, dieser Punkt im Haushalt unter die Lupe genommen. Hier teile ich teile die Sorge von Herrn Zimmermann ausdrücklich.

Meine Damen und Herren, für die Einwohnerinnen und Einwohner des Kreises Dithmarschens -
und zum Wohl des Standorts Dithmarschens werde ich als Vertreter der Dithmarscher Linken, den vorliegenden Antrag ablehnen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit

19. Juni 2015

Positionen DIE LINKE. im Kreistag zu Sozialstaffel und Geschwisterermäßigung

von Michael Schilke

In der von der Verwaltung des Kreises Dithmarschen zur Abstimmung vorgelegten Vorlage heißt es: Der Kreistag beschließt die Angleichung der Geschwisterermäßigung für den Besuch von Kindertageseinrichtungen und Tagespflegestellen auf einen Wert von 25 % mit Wirkung zum 01.08.2016.

  1. Die Linke fordert schon seit längeren, dass der Besuch von Kindertagesstätten und Tagespflegestellen für die Erziehungsberechtigen komplett und einkommensunabhängig und BEITRAGSFREI sein sollte. Anstatt sich diesem Ziel anzunähern, bedeutet die nun vorliegende Beschlussvorlage, das genaue Gegenteil . Der in der Vorlage verwendete Begriff der Angleichung ist irreführend. Es handelt sich de Facto um eine Erhöhung der Beiträge für Geschwisterkinder welche Kitas besuchen. Wenn eine Angleichung erfolgen soll, dann geht dies unserer Ansicht nach nur, wenn der Zuschuss des Kreises für Tagespflegestellen angehoben wird.

  2. Die Beschlussvorlage bedeutet insbesondere eine deutliche Mehrbelastung für Familien und Alleinerziehende mit mittleren Einkommen. Selten haben wir im Vorfeld einer Kreistagssitzung so viel Resonanz, Anfragen und Einwendungen zu einem zu einem Thema erhalten.

  3. Die von der Verwaltung beigefügten Fallbeispiele sind lediglich

 

Download vollstängies Positionspapier

Nachrichten AUS DEM KREISTAG
4. Juni 2015

Friesenhof Jugendheime – Aufklärung über die Kommunikation der Behörden

Pressemitteilung DIE LINKE Dithmarschen

DIE LINKE Dithmarschen fordert eine umfangreiche Aufklärung im Fall der geschlossenen „Friesenhof Jugendheime“ in Dithmarschen. Der Kreis Dithmarschen schickt seit ca.3 Jahren keine Kinder mehr in die Friesenhof Jugendheime, da es angeblich am pädagogischem Konzept mangelte, bzw. andere, noch zu klärende Defizite festgestellt wurden.

„Ich habe eine Anfrage an den Landrat gestellt, die um Aufklärung bittet wann und wie und in welcher Form der Kreis Dithmarschen und die Behörden in Kiel (Heimaufsicht des Landesjugendamtes) über die Entscheidung, keine Jugendlichen und junge Erwachsene mehr in die Friesenhof Heime zu schicken, informiert hat und ob wirklich mangelnde pädagogische Ansätze der Heimleitung und fehlendes qualifiziertes Personal dafür die Gründe waren,“ so Michael Schilke, Kreistagsabgeordneter DIE LINKE.

„Die dann endgültig zu klärende Frage ist, warum die anderen Behörden auf derartige Entscheidungen nicht reagierten und keinerlei Konsequenzen zogen und stattdessen weiterhin Jugendliche schickten, wie es auch in Hamburg der Fall war.“ so Kreisvorsitzender Daniel Hofmann abschließend.

4. Juni 2015

Anfrage an den Landrat zum "Friesenhof"

Anfrage Michael Schilke (DIE LINKE) vom 04.06.2015

Sehr geehrter Herr Landrat,

Herr Rüsen und Frau Dümchen berichteten auf der letzten Hauptausschusssitzung des Kreises Dithmarschen über den Sachstand zum Thema „Jugendheime der Friesenhof Gmbh“. In diesem Zusammenhang berichtete Frau Dümchen, dass schon seit Jahren, keine Jugendlichen aus Dithmarschen in den Heimen der Janssen Gmbh untergebracht worden seien. Auf Nachfrage nach Sitzungsende, teilte mir Frau Dümchen mit, dass unter Ihre Aussage „seit einigen oder mehreren Jahren“ einen Zeitraum von ca. 3 Jahren zu verstehen sei.

Wie die DLZ in der heutigen Ausgabe (Seite 2) berichtete, hat das Jugendamt Dithmarschen, unter anderem, wegen dem mangelnden pädagogischen Konzept keine Jugendlichen in den Jugendheimen der Janssen Gmbh mehr untergebracht. Außerdem sollen die Gründe der Heimaufsicht, also dem Landesjugendamt mitgeteilt worden sein.

Ich möchte Sie bitten, diese Aussagen kurz zu verifizieren und stelle hiermit folgende Fragen:

1. Können Sie einen genauen Zeitpunkt nennen, seit wann der Kreis Dithmarschen keine Jugendlichen oder junge Erwachsene mehr in den Einrichtungen der Janssen Gmbh untergebracht hat.

2. Können Sie die Nachrichten der DLZ vom 04.06.2015 (Seite 2) inhaltlich bestätigen?

3. Die CDU Fraktion des Landtages beantragte am Mittwoch eine Sondersitzung des Sozialausschusses des Landes „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, Sie wirft dem Sozialministerium „Fehlinformation“ vor. Vor diesem Hintergrund stelle ich folgende Frage:

Wie, wann und in welcher Form hat der Kreis Dithmarschen dem Landesjugendamt seine Bedenken mitgeteilt? (Eine Kopie wäre wünschenswert)

12. März 2015

Anfrage zur Kiesgrube Schalkholz

SCHALKHOLZ_2015-03-11.pdf

Zu den Unstimmigkeiten in der Kiesgrube bei Schalkholz hat unser Kreistagsabgeordneter einige Fragen an den Landrat gestellt, die wir Euch hier nicht vorenthalten möchten.