20. November 2011

Bericht vom Workshop “Schule” (Bildungskonferenz, 25.09.2011)

von Daniel Hofmann


Über das Schulsystem in Schleswig-Holstein wird seit mehreren Jahren stark
diskutiert. An Schulen tätige Elternverbände, Schülervertretungen und die
”Lehrergewerkschaft” GEW haben zahlreiche Kritikpunkte, die sowohl systematisch als auch pädagogischen Bezug haben. Kurz gefasst: das Schulsystem in seiner jetzigen Form, ist marode und nicht mehr zeitgemäß. Darüber waren sich die Teilnehmer des Workshops von Anfang an einig und diskutierten über zahlreiche Missstände und mögliche Alternativen.


Hauptthema war das bisher bestehende dreigliedrige Schulsystem, welches seit
kurzem durch die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen zu sogenannten
Regional- oder Gemeinschaftsschulen, zwar offiziell nicht mehr existent ist, aber in
den Köpfen der Leute noch immer als aktuell ausgefasst wird, was prinzipiell auch
richtig ist, da innerhalb dieser “neuen” Schulart weiterhin zwischen “gut” und
“schlecht” segmentiert wird.


Im Workshop wurde dieses System als perspektivlos und System der Ausgrenzung
angesehen. So besteht zum Beispiel keine Chance auf eine angemessene Bildung für
Kinder aus sozial unteren Schichten der Gesellschaft. Bildung muss gerecht sein und
für jeden Menschen, oder in der Schule für jedes Kind, frei zugänglich sein, ohne dass
ein Ausschlussverfahren nach sozialen Verhältnissen oder dem Migrationshintergrund
stattfindet. Der Workshop sprach sich stattdessen für ein eingliedriges Schulsystem aus,
welches die Kinder von der ersten bis zur “letzten Klasse” ein gemeinsames Lernen
ermöglicht. Als Beispiel dienen hier die Schulsysteme der skandinavischen Staaten,
die dieses eingliedrige Schulsystem ausüben. Dass diese Form des Lernens zum Erfolg
führt zeigen auch die PISA-Studien, wo die Länder aus dem Norden Europas weit
oben rangieren. Zudem gibt es dort in den ersten Jahren keine Noten, sondern
meistens erst kurz vor Ende der Schulzeit, wodurch keine Notendruck für die Schüler
entsteht, und sie auch keiner “Persönlichkeitseinschätzung” einer Lehrkraft
unterliegen. Lehrer dürfen nicht über das Schicksal von Schülern entscheiden, sondern
müssen sich den Schülern in ihren Lernformen anpassen und nicht umgekehrt! Wir
müssen weg von der Annahme, dass Kinder die “geborenen Lerner” sind!
Die Abschaffung des Notensystems war auch für die Workshopteilnehmer eine
denkbare Alternative, um derartig beschriebenen Verhältnissen auch in unserem
Schulsystem aus dem Weg zu gehen.


Ein weiteres viel diskutiertes Thema des Workshops war der Bildungsförderalismus,
der nach Meinung der Teilnehmer zu einem Bildungschaos geführt hat, da jedes
Bundesland an seinen Traditionen und Eigenschaften im Bildungssystem festhält und
keinerlei Homogenität in der bundesweiten Schulbildung besteht. So gibt es
beispielsweise momentan 24 Systeme der LehrerInnenausbildung, was bei einem
zentralem System hinfällig wäre und die Ausbildung, die praxisorientierter gestaltet
werden muss, für angehende Lehrerinnen und Lehrer überschaubarer machen würde.
Zudem wären sie in ihrer beruflichen Tätigkeit flexibler, da sie so nicht einem
“regionalbegrenztem” System unterliegen, sondern im ganzen Bundesgebiet ihrem
Lehrauftrag nachgehen können.


Als letztes größeres Themengebiet sprach der Workshop über die Mitbestimmung an
Schulen von Schülern und Eltern. Diese, vor allem die Schüler, müssen ein stärkeres
Mitbestimmungsrecht erhalten, um ihr eigenes Schulleben intensiver gestalten zu
können. Bei der jetzigen Form der Drittelparität (Elternvertretung, Schülervertretung
und Lehrerkonferenz) ist das nicht möglich, da die Lehrer bzw. der Schulleiter ein
Veto-Recht besitzen, wodurch sie jede Entscheidung der anderen Versammlungen
kippen können, was oftmals nicht den demokratischen Mehrheiten entspricht!
Zudem muss es eine Schülervertretung auf Bundesebene geben, welche die Belange und
Standpunkte bundesweit vertritt, was vor allem bei der Auflösung des föderalen
Schulsystems eine große Relevanz besitzen würde.


Hier sind noch einmal die wichtigsten Forderungen aus dem Workshop “Schule”
aufgelistet:

  • “Eine Schule für Alle!!!” Weg vom dreigliedrigem Schulsystem und hin zu einer sozial gerechten Schulausbildung
  •  Abschaffung von Noten! Der Werdegang eines Kindes darf nicht der Objektivität eines Lehrers unterliegen! 
  • Aufhebung des Bildungsförderalismus! Eine Pluralität der Schulsysteme führt mehr und mehr zu einem Bildungschaos!
  • Eine statt 24 Lehrerausbildungen! Diese Ausbildung muss praxisorientiert verlaufen, um die Selbstfindung der pädagogischen Tätigkeit zu intensivieren!
  • Aufhebung des Vetorechts für Lehrerkonferenzen oder Schulleiter! Stattdessen eine gleichberechtigte Mitbestimmung durch alle an der Schule beteiligten Personen!
  • Schülervertretung auf Bundesebene, um die Belange der Schüler auch bundesweit zu konkretisieren und vermitteln zu können!


15. August 2011

DIE LINKE Kreisverband Dithmarschen solidarisch an der Seite des Krankenhauspersonals

DIE LINKE KV Dithmarschen bekräftigt die Forderungen der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Westküstenkliniken in Heide und Brunsbüttel nach einer
Verbesserung der gesetzlichen Krankenhausfinanzierung. DIE LINKE unterstützt
die Kampagne von Arbeitnehmervertretungen aus Krankenhäusern in ganz
Schleswig-Holstein zu Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen.


Wir teilen die Befürchtungen zahlreicher Personal- und Betriebsräte, dass mit den
jetzigen gesetzlichen Regelungen die schleswig-holsteinischen Krankenhäuser,
besonders die kleineren Häuser, ihr bisheriges hohes Leistungsniveau nicht mehr
aufrecht erhalten können. Mit der Deckelung der Krankenhausbudgets wird den
Krankenhäusern nachhaltig verwehrt ihre nachvollziehbaren Preissteigerungen wie
Tariferhöhungen und höhere Sachkosten für Lebensmittel und Energiebedarf weiter
zugeben, dies führt zu einer systematischen und strukturellen Unterfinanzierung
unserer Krankenhäuser. Der Budgetzwang wird in der Regel mit Personalabbau
Leih- und Zeitarbeit und einer massiven Arbeitsverdichtung kompensiert.


Mit großer Besorgnis nimmt DIE LINKE die Verschlechterungen der
Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in unseren Krankenhäusern zur Kenntnis.
Ein enorm hoher Krankenstand, Langzeitkranke und Burn-Out-Betroffene unter den
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sind ein warnender Hinweis darauf, dass die
Einhaltung des Budgets nur noch auf Kosten der Beschäftigten erlangt werden kann.


„Einsparungen dürfen nicht auf die Schultern der Beschäftigten abgewälzt werden, die Auswirkungen von der Arbeitszeitverdichtung wie Erschöpfung, Stress und Hektik gehen eindeutig zu Lasten der Patientinnen und Patienten!“, so
Daniel Hofmann, der Kreisvorsitzende der LINKEN in Dithmarschen.


Für DIE LINKE leisten Krankenhäuser einen elementaren Beitrag zu unserer
Daseinsvorsorge und müssen vom Gesetzgeber so finanziert werden, dass sie mit
qualifiziertem und gut bezahltem Personal der Bevölkerung eine hochwertige
medizinische und pflegerische Leistung anbieten können.


DIE LINKE Dithmarschen unterstützt deshalb die geplante Demonstration am
Freitag, den 26.08. in Kiel, und ruft ihre Mitgliedschaft, ihre Sympathisantinnen
und Sympathisanten auf, sich an der Demonstration zu beteiligen.

23. Juli 2011

Großes Interesse an Berliner Frühstück

von Daniel Hofmann

Mehr als 20 Personen kamen am Donnerstagvormittag in die Kreisgeschäftsstelle des Kreisverbandes Steinburg, um in lockerer Runde Fragen und Anregungen an MdB Raju Sharma zustellen.


Besonderes Interesse, nachdem Raju einen kurzen Überblick über die Arbeit in der Bundestagsfraktion und im Parteivorstand gegeben hat, lag bei den aktuellen Themen, wie zum Beispiel die Aufstände in Nordafrika, die in der Fraktion sehr intensiv geführt worden war. Raju stellte den Ablauf der Diskussion innerhalb der Fraktion dar, und fügte hinzu, dass derartige Themen auch regelmäßig innerhalb der Parteivorstandes diskutiert werden.


Eine ausgiebige Diskussion wurde ebenfalls über das "bedingungslose Grundeinkommen" geführt, welches aber in den Parteigremien noch nicht so weit diskutiert wurde, dass man es als "kampangenfähiges" Konzept präsentieren könnte. Eine derartige Ausarbeitung muss und wird folgen, wobei es dort innerhalb von Fraktion und Parteivorstand weitreichende Standpunkte gibt. Speziell wurde von den Gästen auf die Medien hingewiesen, die solche Diskussionen innerhalb der Partei oftmals als Streit forcieren wollen.


Die Veranstaltung erfüllte eindeutig ihren Zweck, da zahlreiche Besucher erschienen, die ein großes Interesse an der Arbeit im Parteivorstand und der Bundestagsfraktion zeigten und mit vielen neuen Informationen am Ende zufrieden den Heimweg antreten konnten.


26. Juni 2011

Der Schlie mit der Peitsche!

von Daniel Hofmann

Das Land will seinen Haushalt sanieren, in dem es die Kosten dafür auf die Bürgerinnen und Bürger abwälzt. Die Eltern sollen ab dem kommendem Schuljahr 2011/12 für die Schülerbeförderung zahlen, und dabei wird die Kommunalpolitik auch noch übergangen. Die Kreistage im Land dürfen zwar über die Kosten abstimmen und den Betrag festlegen, bei einer gegenteiligen Entscheidung wird den einzelnen Kreisen aber mit Sanktionen gedroht und die Kosten werden über eine Verfügung des Innnenminister doch eingetrieben, gegen den Willen des Kreistages und ihrer Kommunalpolitiker.

In zahlreichen Kreisen wurde die Einführung der Schülerbeförderungskosten einfach durchgewunken, in nur ganz wenigen Kreisen baute sich derweilen eine Parteiübergreifende Front gegen eine Elternbeteiligung auf.

So geschehen ist es auch in Dithmarschen! In allen angesetzten Abstimmungen votierte der Kreistag geschlossen gegen eine Einführung. Dabei war es den Kommunalpolitikern egal, ob das vom Kreis Dithmarschen vorgelegte Modell moderat ist. Nun verklagt der Kreis Dithmarschen das Land, da es hier die kommunalrechtliche Arbeitsweise verletzt sieht. Die Selbstbestimmung der Kreise wurde in diesem Verfahren durch erheblichen Druck von Seiten des Innenministers Schlie beeinflusst. Nun bleibt abzuwarten, was bei dem gerichtlichem Verfahren raus kommt.

Zumindest ist eine erste erfreuliche Erkenntnis, dass eine Grundforderung der Partei DIE LINKE in Dithmarschen geschlossen vertreten wurde: Bildung muss kostenlos bleiben, denn Bildung ist ein grundlegendes Element der gesellschaftlichen Integration und muss daher für jeden frei zugänglich sein!


15. März 2011

Kreisparteitag als Aufbruch

von Daniel Hofmann

Auf unserem Kreisparteitag wurden Akim Ohle und Michael Schilke neu in den Kreisvorstand gewählt. Akim wird sich in Zukunft als Schatzmeister um die finanziellen Angelegenheiten kümmern.
Michael wird als Schriftführer die Nachfolge von Kathinka antreten, die ihr Amt zur Verfügung stellte.

Insgesamt ist positiv zu bemerken, dass die Versammlung zügig und ohne Querelen verlief, was in der Vergangenheit ja nicht immer der Fall war. Schon nach zwei Stunden waren die Tagesordnungspunkte abgearbeitet und man konnte zum gemütlichen Teil übergehen.

Alle Anwesenden waren sich einig, dass es schon jetzt notwendig ist, für die kommenden Wahlen, in 2012 (Landtagswahl) und 2013 (Kommunalwahlen), Themen zu erarbeiten, die für die Menschen in dieser Region für Bedeutung sind, damit auch in den kommenden Jahren eine soziale Aternative in den Kommunalparlamenten vertreten ist. DIE LINKE Dithmarschen ist im Aufbruch!

5. Februar 2011

Kommunismus in aller Munde

von Daniel Hofmann

Da wird eine Genossin verdammt, da sie das Wort „Kommunismus“ als Aufmacher für einen Artikel verwendet. Von Leuten wie Alexander Dobrindt , die schon öffentlich ein Verbot fordern, wenn ein Mitglied der Partei DIE LINKE das Wort „Kommunismus“ ausspricht, werden solche Hetzkampagnen voran getrieben. Die Medien tun ihr Übriges, damit der „unwissende“ Bürger ausreichend über die Verbrechen einer sozial geprägten Partei informiert ist.

Für mich, als junges Mitglied, ist eine Kommunismusdebatte viel weitläufiger. Eine Reduzierung auf das DDR-Regime ist für mich kein Fundament, sondern zeigt mir lediglich die Unkenntnis der gesamten Medien und der Politiker aus dem konservativem Lager.

Wer den Weg zum Kommunismus beleuchten will, der hat im Jahr 1848 bei Karl Marx und seinem „Manifest“ anzufangen. Schade ist nur, dass der Großteil der Bevölkerung auf diese intrigante Art reinfällt und sich dann samstags anschickt an den Infostand der LINKEN zu gehen und die Mitglieder öffentlich als „Kommunisten“ zu bezeichnen. Als mir das im Jahr 2009 zum ersten Mal widerfahren ist, war ich ziemlich geschockt. Nicht, dass sich bei mir Ängste vor Anfeindungen entwickelten. Es war vielmehr ein Schock über die Unwissenheit der Menschen zum Thema „LINKE Politik“!

So ging ich auch beim nächsten Mal zum Info-Stand und fragte, nachdem mich eine Person als „Kommunist“ bezeichnete, diese Person, was denn der Unterschied zwischen „Kommunismus“ und Marxismus“ sei? Ich bekam leider keine Antwort, da die Person sich umdrehte und lieber weiterging. Aber genau hier sehe ich den wichtigen Punkt, den unsere Partei sich als Aufgabe machen muss. Unser primäres Ziel sollte es sein, den einzelnen Bürger aufzuklären, was der „Kommunismus“ wirklich beinhaltet und wo seine Wurzeln liegen. Wer dann immer noch im Jahr 1917 anfängt, der ist wohl unbelehrbar, aber das soll es ja bekanntlich geben.

Mein Beweggrund im Jahr 2008 in die LINKE einzutreten, was damals im Freundeskreis natürlich nicht gerade Begeisterungsstürme auslöste, waren gerade die Thesen von Karl Marx zu einer gerechteren Sozial- und Wirtschaftspolitik, die in ihrer Aktualität und Standhaftigkeit bis heute nichts verloren haben!

So lasst uns als Partei DIE LINKE also offensiv mit dieser Debatte umgehen, damit wir nicht mehr in Verruf geraten und am Tropf der unwissenden Mehrheit hängen müssen!